Gesellschaft der Schulärztinnen und Schulärzte Österreichs
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Herpes Genitalis


Herpes Genitalis

MÖGLICHE Krankheitsanzeichen

2-7 Tage nach der Ansteckung kommt es im Bereich der Genitalien zu Rötungen und Schwellungen. Es bilden sich im Scheidenbereich, auf der Vorhaut und Eichel des Penis oder am Po Bläschen, die stark jucken und brennen. Nach einigen Tagen öffnen sich die Bläschen und bilden kleine Geschwüre, die innerhalb von 2-3 Wochen ohne Narben verheilen. Manche Menschen fühlen sich zudem krank, bekommen Fieber, Muskel- und Kopfschmerzen, auch Schmerzen beim Wasserlassen sind möglich.

Wie steckt man sich an?

  • Beim Sex (vaginal, oral, anal) bzw. schon bei intimen Berührungen. 
  • Wenn man mit offenen Hautveränderungen in Kontakt kommt.
  • Herpes kann auch vom Mund („Fieberblase“) auf die Genitalien übertragen werden oder umgekehrt.

Behandlung

Unbedingt zur Ärztin/zum Arzt! Salben oder Tabletten helfen gegen die Beschwerden, können die Viren aber nicht aus dem Körper entfernen. Leider kann Herpes daher immer wieder kommen.

Gesundheitliche Folgen?

Die Viren bleiben dauerhaft im Körper. Herpes genitalis kann immer wieder ausbrechen, wenn das Immunsystem geschwächt ist, wenn man krank ist oder Stress hat. Bei Menschen mit verminderter Abwehrkraft (z.B. durch andere schwere Erkrankungen) können die Viren auch innere Organe wie Leber oder Lunge, Augen oder Gehirn infizieren und gefährliche Komplikationen verursachen.

Der Schutz: Kondom (schützt nur zum Teil!)

Verringert die Ansteckungsgefahr bedeutend. Auch eine Übertragung durch Hautkontakt ist jedoch möglich.

Syphilis


Syphilis

MÖGLICHE Krankheitsanzeichen

Am Übertragungsort, meistens am Penis oder Hodensack, an der Vulva und am Scheideneingang, Darmausgang oder Mund entwickelt sich ein Knoten oder ein Geschwür, das allerdings nicht weh tut. Nach einigen Wochen verschwindet es wieder von selbst. Das bedeutet jedoch KEINE Heilung! Etwa acht Wochen bis zwei Jahre nach der Ansteckung treten Fieber, Schwellungen der Lymphknoten und Hautausschläge auf, die nicht jucken. Auch Veränderungen an den Handflächen und Fußsohlen können Zeichen einer Ansteckung mit dem Syphiliserreger sein.

Good2Know Syphilis

Wie steckt man sich an?

Wenn verletzte Haut oder Schleimhäute mit Syphilis- Bakterien in Kontakt kommen, d.h.

  • vor allem beim Sex (vaginal, oral, anal)
  • auch beim Küssen ist eine Übertragung möglich (bei Kontakt mit Geschwüren im Mund).

Behandlung

Syphilis ist am Anfang durch Antibiotika vollständig heilbar. Daher gleich zur Ärztin/zum Arzt.

Gesundheitliche Folgen?

Mehrere Jahre nach der Ansteckung können bei einer nicht behandelten Infektion die inneren Organe und das Nervensystem schwer geschädigt werden, z.B. Herz, Gehirn, Augen und Knochen. Die Erkrankung kann auch tödlich verlaufen. Ihr habt sicher von Musikern oder Künstlern gehört, die an der Syphilis verstorben sind. In der Schwangerschaft kann Syphilis das Ungeborene schwer schädigen (z.B. Verformung der Knochen, geistige Behinderung).

Der Schutz: Kondom

Verringern die Ansteckungsgefahr bedeutend. Achtung! Jeder direkte Kontakt mit den entzündeten Hautstellen kann jedoch ansteckend sein.

Gonorrhoe (Tripper)

Verursacher : Bakterien (Gonokokken)

Gonorrhoe

Mögliche Krankheitsanzeichen

Erste Symptome machen sich ca. 2-5 Wochen nach der Ansteckung bemerkbar. Eitriger, oft grün-gelblicher Ausfluss (vor allem morgens) aus Penis (Harnröhre) oder Scheide. Brennen beim Wasserlassen. Halsschmerzen nach Oralsex. Bei Mädchen zudem oft lang anhaltende Unterleibsschmerzen. Während Burschen meist auffällig Symptome zeigen, kann die Infektion bei Mädchen auch unbemerkt bleiben. Auch ohne Anzeichen können die Bakterien übertragen werden.

Good2Know Gonorrhoe

Wie steckt man sich an?

  • Beim Sex (vaginal, oral, anal)
  • Selten auch durch intime Berührungen

Behandlung

Gonorrhoe ist durch Antibiotika gut heilbar.

Gesundheitliche Folgen?

Nicht oder zu spät behandelte Gonorrhoe-Infektionen können im Erwachsenenalter zu Unfruchtbarkeit führen, d.h. man kann keine Kinder bekommen bzw. zeugen. Auch eine Übertragung auf die Augen (durch die Hände) ist möglich. Wird die Infektion nicht behandelt, kann sie sich auf den ganzen Körper ausbreiten und u.a. auch die Gelenke schädigen. Hat die Mutter zum Zeitpunkt der Geburt eine Gonorrhoe, kann die Infektion auf das Neugeborene übertragen werden und eine gefährliche Entzündung auslösen, die sogar zu Erblindung führen kann.

Trichomonaden

Verursacher: Einzeller (Geisseltierchen)

Mögliche Krankheitsanzeichen

Typische Anzeichen bei Mädchen sind Schmerzen beim Wasserlassen, übelriechender grau-gelblicher, schaumiger Ausfluss, starkes Jucken und Brennen im Intimbereich. Bei Burschen verläuft die Infektion oft symptomfrei, manche bemerken Schmerzen beim Wasserlassen, Ausfluss aus der Harnröhre oder ständigen Harndrang.

Wie steckt man sich an?

  • Beim Sex (vaginal, anal)
  • Selten aber doch: Auf unsauberen Toiletten, in der Sauna oder in Schwimmbädern

Behandlung

Die Infektion ist durch Antibiotika gut heilbar.

Gesundheitliche Folgen?

Eine Trichomonaden-Infektion erhöht die Infektionswahrscheinlichkeit für andere sexuell übertragbare Erkrankungen. Bei Burschen kann es zu einer bleibenden Entzündung der Prostata oder der Nebenhoden kommen. Bei Schwangeren mit Trichomonaden-Infektion kommt es häufiger zu Komplikationen wie vorzeitige Wehen, vorzeitiger Blasensprung und Frühgeburten.

Der Schutz: Kondom

Chlamydien

Verursacher: Bakterien

Chlamydien

Mögliche Krankheitsanzeichen

Eine Chlamydieninfektion im Genitalbereich ist ebenfalls eine bakterielle Erkrankung, wie die Gonorrhoe, verläuft aber meist milder. Viele Menschen wissen gar nicht, dass sie sich angesteckt haben, weil in rund 70% der Fälle keine oder nur leichte Symptome auftreten. Anzeichen, die auf eine Infektion hindeuten können sind: Brennen/Schmerzen beim Wasserlassen, das Gefühl ständig auf die Toilette zu müssen, schleimig-eitriger Ausfluss aus Scheide, Penis oder Darm. Bei Mädchen Störungen der Regelblutung, unklare Schmerzen im Unterleib oder beim Sex.

Wie steckt man sich an?

  • Beim Sex (vaginal, oral, anal)
  • Selten eventuell auch durch intime Berührungen
  • Eine Ansteckung kann eventuell bereits Jahre Zurückliegen

Behandlung

Die Infektion ist durch Antibiotika gut heilbar.

Gesundheitliche Folgen?

Bei Mädchen: chronische (bleibende) Schmerzen im Unterbauch, Entzündungen, Verklebungen und Vernarbungen der inneren Geschlechtsorgane – mit Folgen bis zur späteren Unfruchtbarkeit. Auch Probleme in der Schwangerschaft können auftreten. Das Neugeborene kann während des Geburtsvorganges von einer infizierten Mutter angesteckt werden. Eine Augeninfektion und einige Wochen später auch eine Lungenentzündung können die Folge sein. Auch bei Burschen kann eine unbehandelte Infektion zu Entzündungen der Harnröhre, der Nebenhoden und der Prostata führen, was mitunter sehr langwierig verlaufen kann.

Der Schutz: Kondom

Willst du wissen, ob Du eine Chlamydieninfektion hast? Es gibt sehr einfache Möglichkeiten einer Untersuchung! Die Infektion kann man im Harn nachweisen. Du kannst auch selbst einen Scheidenabstrich machen und ins Labor bringen. Erkundige dich bei deinem Arzt oder im Pilzambulatorium.

Bakterielle Vaginose

Verursacher: anaerobe Bakterien

Mögliche Krankheitsanzeichen

Weiß-grauer bis gelblicher, dünnflüssiger Ausfluss aus der Scheide, Juckreiz oder Brennen. Charakteristisch für eine Infektion ist ein unangenehmer fischiger Geruch.

Good2Know

Wie steckt man sich an?

  • Beim Sex (vaginal)
  • Es können aber auch die Einnahme von Medikamenten (vor allem Antibiotika), übermäßige Intimhygiene, Stress, hormonelle Veränderungen oder lang anhaltende Regelblutungen für die Verschiebung des Gleichgewichts in der Scheide verantwortlich sein.

Behandlung

Antibiotika als Scheidenzäpfchen oder Tabletten beheben die Infektion meist rasch. Leider können besonders Pilzinfektionen immer wieder auftreten. Du musst das Problem dann genau mit deinem Arzt oder deiner Ärztin besprechen.

Gesundheitliche Folgen?

Bakterielle Vaginose ist in gesundheitlicher Hinsicht wenig dramatisch, aber sehr wohl unangenehm!

Der Schutz: Kondom

Vor sexueller Übertragung kann man sich mit Kondom schützen, es kann aber auch „einfach so“ zu einer solchen Entzündung der Scheide kommen. Manche Menschen haben eine gewisse Immunschwäche auf bestimmte Keime, neigen daher zu einem immer wiederkehrenden Auftreten der Beschwerden.

Pilzinfektion

Verursacher: Pilze (Hefepilze/Candida albicans)

Pilzinfektion

Mögliche Krankheitsanzeichen

Bei Mädchen: starker Juckreiz, Brennen, stark gerötete Haut, manchmal Bläschen im Genitalbereich. Weißbröckeliger Ausfluss. Entzündung der Scheide und des Scheideneingangs. Manchmal hat der Partner Flecken am Penis.

Wie steckt man sich an?

  • Beim Sex (vaginal)
  • Es können aber auch die Einnahme von Medikamenten (vor allem Antibiotika), übermäßige Intimhygiene, Stress, hormonelle Veränderungen oder lang anhaltende Regelblutungen für die Verschiebung des Gleichgewichts in der Scheide verantwortlich sein.

Behandlung

So genannte Antimykotika als Scheidenzäpfchen oder Tabletten beheben die Infektion meist rasch.Leider können Pilzinfektionen immer wieder auftreten. Du musst das Problem dann genau mit deinem Arzt oder deiner Ärztin besprechen.

Gesundheitliche Folgen?

Eine Pilzinfektion ist in gesundheitlicher Hinsicht wenig dramatisch, aber sehr wohl unangenehm!

Der Schutz: Kondom

Vor sexueller Übertragung kann man sich mit Kondom schützen, es kann aber auch „einfach so“ zu einer solchen Entzündung der Scheide kommen. Manche Menschen haben eine gewisse Immunschwäche auf bestimmte Keime, neigen daher zu einem immer wiederkehrenden Auftreten der Beschwerden.