HPV? HIV? Ist das nicht das Gleiche? NEIN - ist es nicht!
Viele Jugendliche wissen rund um das Thema HPV noch kaum Bescheid. Bei denen, die davon gehört haben, gibt es auch an die Schulärztinnen/Schulärzte viele Fragen dazu – besonders, seit man sich durch eine Impfung vor diesen Viren schützen kann. Darum wollen wir dir das Thema hier ein bisschen genauer erklären:
Was sind humane Papillomviren?
Humane Papillomviren sind sehr häufig: 2 von 3 Menschen stecken sich im Laufe ihres Lebens damit an. Die meisten infizieren sich als Jugendliche oder im jungen Erwachsenenalter damit. Burschen genauso wie Mädchen. Bei diesen Viren gibt es viele verschiedene Virenstämme. Einige haben ein geringes Erkrankungsrisiko (so genannte „low-risk-Stämme“) – andere aber nicht („high-risk-Stämme“)! Die Entdeckung dieser Viren war in der Medizin eine große Sache, weil man damit die Ursache für einige Krebsarten gefunden hat. Der Wissenschafter, der entdeckt hat, dass diese Viren Krebs auslösen, hat 2008 dafür den Nobelpreis bekommen
Wie steckt man sich an?
- Beim Sex (vaginal, oral, anal)
- Achtung: Auch gegenseitiges Berühren im Intimbereich kann für eine Übertragung ausreichen.
Was verursachen diese Viren?
Die „high-risk-Stämme“ bringen ein erhöhtes Risiko für Krebsformen im Genitalbereich mit sich:
- Allen voran: Gebärmutterhalskrebs. Nahezu alle Gebärmutterhalskrebsfälle werden durch eine Infektion mit humanen Papillomviren verursacht, d.h. man kann diesen Krebs nicht einfach so bekommen, sondern nur, wenn man sich vorher mit „high-risk“ HP-Viren infiziert hat.
- Auch Krebsarten an den Geschlechtsorganen (an den Schamlippen, der Scheide, dem Penis oder Anus) werden zum Teil durch HP-Viren verursacht. Diese Krebsarten sind aber weit seltener als Gebärmutterhalskrebs.
- Auch die Vorstufen dieser Krebsarten entstehen daher durch eine chronische Infektion mit HP-Viren. Bei Gebärmutterhalskrebs sind das pro Jahr etwa 6.000 Mädchen und Frauen, bei denen eine solche Krebs-Vorstufe im Rahmen der jährlichen Vorsorgeuntersuchung bei der Frauenärztin/dem Frauenarzt entdeckt wird. Man kann sie zwar meistens noch rechtzeitig entfernen, mit großem Stress und Angst verbunden ist es natürlich trotzdem.
Die „low-risk-Stämme“ verursachen zwar keinen Krebs, sind aber
- für die Bildung von Kondylomen (Genitalwarzen) verantwortlich. Das sind Warzen an Scheide und Schamlippen, Penis und Darmausgang (Anus). Infektionen mit „low-risk“ HP-Viren gehören zu den häufigsten sexuell übertragbaren Erkrankungen und betreffen Mädchen und Burschen gleichermaßen! Beide können an Genitalwarzen erkranken.








